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madoo.net - Die Welt hinter den PDFs

 

Die heutigen Schüler kennen die Logopädie schon gar nicht mehr ohne. Längst schon ist madoo.net keine Nischenseite mehr. Neben Logopäden und Sprachtherapeuten nutzen auch Ergotherapeuten, Erzieher, Lehrer und Coaches aller Art den großen Fundus an therapeutischen Übungsmaterialien. Grund genug für logowiwi einmal hinter die Kulissen dieser Erfolgsgeschichte zu schauen. 

Der Mann hinter den PDFs ist Logopäde Alex Fillbrandt. Viele von euch kennen ihn aus einem seiner zahlreichen Projekte, in denen er mit seinen ungewöhnlichen Ideen immer wieder neues Denkfutter für unsere logopädischen Hirnzellen produziert. Brandaktuell zum Beispiel in seinem Podcast „Iss Nix!“. Doch wer ist dieser kaffeeverrückte Jeff Bezos Zwilling eigentlich wirklich und warum weiß er immer, was wir gerade brauchen?

 

Morgens Café latte, mittags Filterkaffee, abends Espresso. Wo? Ganz egal. Im Zug, im Flugzeug, im Café oder am heimischen Esstisch. Solange Alex einen Internetzugang und wenigstens sein iPad hat, ist er ganz in seinem Element. Er beschreibt sich selbst als totalen Nerd. Bereits in der Ausbildung entstand beinahe unbeabsichtigt der Prototyp des heutigen madoo.net. Um Referate und Therapiematerialien zu Hause vorzubereiten und in der Schule ausdrucken zu können, lud er sie in einem eigenen Bereich auf seiner Webseite www.logo-ausbildung.de hoch. Ein USB-Stick war ihm nicht nerdig genug, sagt Alex selbstironisch. Das ist auch gut so, denn dieser kleine Teilbereich sollte der Vorläufer dessen werden, was wir heute als madoo.net kennen. 

 

Als der Funke erst einmal übergesprungen war, bekam die Tauschbörse für Therapiematerialien so viel positives Feedback, dass eine eigene Webseite hermusste. Doch wie nennt man eine bis dahin so einzigartige Idee? Eines war von Anfang an klar, es muss ein Neologismus sein. „Man kann sich das so vorstellen, dass ich durch die Gegend gelaufen bin und dabei Kunstwörter rezitiert habe, die mir in den Sinn kamen.“, sagt Alex. „madoo“ gefiel und die Domain war noch zu haben. Eingängig bis heute.

 

Wie viel sich in den vergangenen Jahren getan hat und wie viel Arbeit er wirklich in dieses Projekt gesteckt hat, verrät Alex hier:

 

Ganz am Anfang von madoo.net war das sehr aufwändig. Therapiemats haben mich per E-Mail erreicht. Meistens als Word-Datei. Diese habe ich dann angucken müssen. Dann wurde aus der Datei ein PDF gemacht. Anschließend musste ich Vorschaubilder in verschiedenen Größen und Auflösungen erzeugen und mir Gedanken zur Beschreibung und den Schlagworten machen. Dann habe ich das Material hochgeladen und wenn es jemand neues war, musste ich dafür einen neuen Autoren im System anlegen. Allerdings konnte man sich anfänglich bei madoo.net gar nicht anmelden, das war alles nur ein internes System.

Im Laufe der Zeit wurde dann das Benutzersystem für madoo.net fertig und angemeldete User konnten Therapiemats hochladen. Aber auch da war es eigentlich nur ein System, das mir eine E-Mail geschickt hat. Ich musste weiter PDFs erstellen, Vorschaubilder und so weiter. Aber die Autoren konnten dann kurze Zeit später selbst die Beschreibung der Mats eintragen. Das ganze System wird ständig weiterentwickelt, jetzt können Autoren auch die Schlagworte vergeben und sogar bei Korrekturen angeben, was sie geändert haben.

Überhaupt macht jetzt das System alles selbst, was mit Automatisierung optimierbar war. Ich selbst muss nur noch die Vergabe der Schlagworte kontrollieren und dann auf "Veröffentlichen" klicken, wenn ich glaube das geht. Meine Hauptaufgabe ist eigentlich, Therapiemats auszufiltern, die gegen gängiges Recht verstoßen und zum Beispiel Bilder enthalten, die so nicht verwendet werden dürfen.“ 

 

Dabei ist madoo.net selbst niemals fertig. Es wird ständig gebastelt, neue Features vorgestellt oder aber auch weniger offensichtliche Details verbessert, wie die Funktionsweise der Materialsuche. Die größte Herausforderung dabei? Die Zeit. Das Programmieren der Funktionen selbst und das benutzerfreundliche Design erfordern eine Unmenge davon und füllen eigentlich einen Vollzeitjob. Für Alex selbst, der die Plattform übrigens vollkommen kostenfrei zur Verfügung stellt, ist madoo.net dennoch mehr als nur ein Hobby. Er selbst bezeichnet sie als sein Baby und stellt sich auch gerne mal als „der Typ von madoo.net“ vor. 

 

Und was empfiehlt der Typ von madoo.net anderen Logopäden, die ihre Ideen verwirklichen wollen? Machen. Einfach machen. Mit einer Idee anfangen und schauen, was sich daraus Großartiges entwickelt. „Wichtig sind die Inhalte. Content is king. Ganz einfach. Macht es dir Spaß dann mach es. Macht es dir selbst keinen Spaß, dann ändere oder lass es.“ 

 

Ein Blick in die Kristallkugel verrät noch was als nächstes kommt: „In der Planung sind einige kleinere Optimierungen wie leichteres Hochladen eines Profilbildes und mehr Informationen, die man in seinem Profil verraten kann. Aber auch eine ganz neue Art des Zugangs wird kommen. Praxen/Teams! Man wird als Praxis einen eigenen Account anlegen können, dem dann alle MitarbeiterInnen zugeordnet werden können. Damit wird es glaube ich interessanter, Stellenangebote auf madoo.net zu erstellen und zu gucken, welche Schwerpunkte eine Praxis hat. Außerdem haben Praxen so die Möglichkeit, eine eigene Visitenkarte im Internet zu hinterlassen, die mögliche PatientInnen auf sie aufmerksam macht.

Aber das wirklich richtig große Ding wird die völlig neue Sortierung der Therapiemats. Themen und Störungsbilder, also die Schlagworte und Kategorien fliegen raus. Die Sortierung wird also quasi völlig neu - und auf einer aktuellen wissenschaftlichen Grundlage basieren.

 

Wir dürfen also ordentlich gespannt sein. 

 

In diesem Sinne…

 

 

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