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Steuerfrei direkt in die Urlaubskasse

Erholungsbeihilfe als Urlaubsgeld

Urlaubsgeld kennen die meisten Logopäden vom Hörensagen; aus dem Bekanntenkreis vielleicht oder vom Partner. In der Logopraxis ist das Urlaubsgeld eine echte Seltenheit und das aus gutem Grund. Kaum eine Praxis hat die finanziellen Mittel, einen solchen Mitarbeiterbonus umzusetzen und noch ärgerlicher: Nach allen Abgaben & Steuern bliebe dem Mitarbeiter auch gerade einmal rund die Hälfte des Urlaubsgeldes übrig. Der Arbeitgeber zahlt dagegen sogar noch drauf, durch zusätzliche Sozialabgaben. Da wird schnell klar, für kleine Unternehmen ein eher unattraktiver Weg seinen Mitarbeitern etwas Gutes zu tun.

 

Wer aber dennoch als Arbeitgeber eine Idee sucht die Urlaubskasse seiner Mitarbeiter etwas aufzubessern, ohne dass diese den Großteil davon an Steuern & Sozialabgaben verlieren, für den ist die so genannte Erholungsbeihilfe ein echter Geheimtipp.

 

Was ist Erholungsbeihilfe?

Die Erholungsbeihilfe ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers, welche für den Arbeitnehmer steuerfrei ist. Der Arbeitgeber versteuert sie in der Regel pauschal mit 25% plus 5,5% Kirchensteuer und Soli. Damit fallen für den Arbeitnehmer weder Steuern noch Sozialabgaben an. Allerdings unterliegt die Erholungsbeihilfe dabei strengen Spielregeln.

 

Wie lauten die Spielregeln?

Eine Erholungsbeihilfe ist nur bis zu einem bestimmten jährlichen Betrag steuerbegünstigt. Dieser setzt sich folgendermaßen zusammen:

 

Arbeitnehmer: 156 €

Ehepartner: 104 €

Pro Kind: 52 €

 

Zudem kann eine Erholungsbeihilfe pro Haushalt nur einmal gezahlt werden. Die Ehepartner sollten sich hier also gut absprechen. Liegt der ausgezahlte Betrag auch nur einen Cent drüber, ist übrigens der gesamte Betrag voll zu versteuern. Arbeitgeber sollten sich daher gut mit ihren Mitarbeitern verständigen über Ehepartner, Kinder etc. Und noch etwas: Die Erholungsbeihilfe ist zweckgebunden und muss daher in einem zeitlichen Kontext zum Urlaub des Arbeitnehmers stehen (3 Monate vor oder nach dem Urlaub). Dabei muss die Erholungsmaßnahme mindestens eine Woche dauern.

 

TIPP: Sicherheitshalber solltet ihr euch als Arbeitgeber eine Buchungsbescheinigung geben lassen und diese bei den Lohnunterlagen aufbewahren.

 

Vorteile:

  • Steuerbegünstigung für den Arbeitnehmer
  • Keine Sozialabgaben für den Arbeitgeber
  • Freiwillige Zahlung
  • Mitarbeiter Benefit; gerade bei Fachkräftemangel wichtig

Nachteile:

  • Gegebenheiten müssen sorgfältig geprüft werden
  • Zweckgebundener Bonus
  • Ersetzt kein vertraglich vereinbartes Urlaubsgeld (z.B. in einem Tarifvertrag)

 

Gerade also für sehr kleine Praxen, die ihren Mitarbeitern gerne etwas Gutes tun möchten oder einfach nach neuen Ideen suchen, um Mitarbeiter zu werben, ist die Erholungsbeihilfe eine wirklich lohnende Angelegenheit. Der Aufwand ist insgesamt wirklich überschaubar, solange man die Spielregeln beachtet.

 

In diesem Sinne, einen schönen Urlaub...

 

 

 

Quellen: Wirtschaftswoche KW 31/18, buhl.de, dhz.net

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